Torun Eriksen

"Ich möchte mich selbst und andere besser verstehen"


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Von (2010)

Torun Eriksen ist keine der typischen norwegischen Jazz-Experimentatorinnen. Sondern eine Perfektionistin, was die Produktion von klassischem Jazz angeht. Eindrucksvoll nachzuhören ist das auf ihrem Album »PASSAGE«. Als das Album in die Läden kam, haben wir uns mit Torun Eriksen unterhalten – über das Texten, die Musikausbildung in Norwegen und die Quellen von Inspiration.


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Handball und Gesang


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Medien und Musiker in Norwegen loben deine Musik und deine Stimme. Wann war dir klar, dass du Sängerin werden willst?

Schon als kleines Kind mochte ich es zu singen und aufzutreten. Bewusst für eine Karriere als Musikerin habe ich mich aber so ungefähr mit 17 entschlossen. Da war dann kein Platz mehr für Handball und Gesang gleichzeitig

Okay – gute Wahl! Du hast ja dann eine richtige Musikausbildung gemacht. Welche Station war denn die wichtigste?

Im Gymnasium war ich in einer Musikklasse, und habe danach am Nordischen Institut für Szene und Studio (NISS…) eine zweijährige Ausbildung gemacht. Das ist eine Privatschule in Oslo. An beiden Schulen sind wichtige Dinge passiert. Auf dem Gymnasium kam ich zum ersten Mal mit Jazz in Kontakt. Wir lernten Standards aus dem Realbook und lauschten den Großen Damen. Am NISS… wurde ich Sängerin – weil ich die Lehrerin Anne Marie Giørtz traf. Dort konnte ich auch viel Erfahrung im Zusammenspiel mit tollen Musikerkollegen sammeln, zu denen ich heute noch Kontakt habe. In dieser Zeit, das war 1998/99, schrieb ich viel von dem Material, das dann später auf die Platte „Glittercard“ kam.


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Du schreibst ja beides – Musik und Texte. Wo kommt die Inspiration her?

Ich lasse mich Umgebungen und Eindrücken inspirieren. Beziehungen, die ich von außen beobachte oder von denen ich selbst ein Teil bin. Und von allen Problemen und Fragen, die darin und darum herum auftauchen. Es gibt keine Regel dafür, was alles zu einer Quelle der Inspiration werden kann. Im Grunde ist es ein Bedürfnis, Sachen zu fassen zu kriegen, die sich in uns und zwischen uns bewegen, die wir aber nicht verarbeiten oder mit denen wir im täglichen Leben nicht umgehen können. Kurz gesagt: Es ist der Wunsch, mich selbst und andere besser zu verstehen.

Ganz schön philosophisch… Jedenfalls sind die Texte, die dabei entstehen, oft eher Prosa als „lyrics“. Schreibst du sie unabhängig von der Musik?

Oft sind Text und Musik eine Einheit. Es gibt keine feste Reihenfolge, was wann entsteht – das geht fast immer wild durcheinander. Aber so bringen sie sich gegenseitig voran. Trotzdem ist der Text mein steuerndes rhythmisches und klangliches Werkzeug, und deshalb schreibe ich ganz selten mal eine Melodie ohne Text. Aber es ist schon passiert, dass ich einen Text ganz ohne Melodie geschrieben habe! Zum Beispiel „In Person“ vom Album „Glittercard“. Auf dem Album „Passage“ gehen alle Texte und Melodien Hand in Hand.

Das ist deine neue CD. Wie war die Atmosphäre bei den Aufnahmen im Studio?

Wir waren in einem kleinen, alten Holzhaus – das letzte seiner Art zwischen den Mauerblöcken der Stadt – und die Atmosphäre war warm und heimelig.

Trotzdem hört es sich an, als seid ihr bei den Aufnahmen ziemlich perfektionistisch gewesen. Magst du es, an Details zu arbeiten?

Die meisten Takes auf dieser Platte sind gleichzeitig eingespielt, und wir haben diese Erstaufnahmen so weit wie möglich beibehalten. Wir haben analog gearbeitet. Da sind die Schnittmöglichkeiten begrenzt und die unendlichen Wahlmöglichkeiten einer Digitalaufnahme reduziert. Das hat uns konzentriert und fokussiert sein lassen, aber gleichzeitig ruhig und entspannt. Perfektionismus ist wichtig für mich, aber nicht in dem Sinne, dass ich alle Kanten abschleifen will. Unter der Leitung unseres fantastischen Produzenten Anders Engen wollten wir die Songs mit Spontaneität und Präsenz vermitteln. Aber wie du bemerkt hast, liegt dabei die ganze Zeit ein starker Fokus auf den Details. Es sind die Details, die den kleinen Unterschied ausmachen.

Bist du also mehr ein Studio- als ein Live-Mensch?

Ich erlebe es als herausfordernd und manchmal mühsam, im Studio zu sein. Live auf der Bühne fühle ich mich mehr in meinem Element. Ich freue mich sehr darauf, die neuen Songs jetzt endlich auch vor Publikum zu spielen.

Die Helden? Joni Mitchell und Tom Waits!


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Einige Konzerte spielst du auch in Deutschland. Was erwartet die Zuhörer?

Ich bin sehr dankbar dafür, ein weiteres Mal auf deutsches Publikum zu treffen. Abgesehen davon, dass wir neues Material spielen werden, will ich eure Erwartungen ungern in eine bestimmte Richtung lenken. Aber ihr sollt wissen, dass wir wild darauf und glücklich darüber sind, die Songs mit euch zu teilen! Wir tun natürlich alles dafür, dass der Abend unvergesslich wird.

Gibt’s eigentlich Musiker, mit denen du gerne mal zusammenspielen würdest?

Es gibt viele die ich bewundere, und die ich gern noch live sehen würde. Zum Beispiel zwei meiner großen Helden, Joni Mitchell und Tom Waits. Die Liste von allen, mit denen ich gerne mal zusammen spielen würde, ist lang und muss als Traum bei mir bleiben – bis sich vielleicht irgendwann einmal passende Projekte ergeben, und einiges davon Wirklichkeit werden kann. Aber stell dir nur mal vor, Stevies Mundharmonika in einem deiner eigenen Songs zu hören!


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Nun gilt ja Norwegen seit ein paar Jahren selbst als eines der spannenden Jazz-Länder der Welt. Ihr „produziert“ eine Menge außergewöhnlicher Musiker und vor allem Sängerinnen. Wie kommt das?

Ich bin nicht ganz in der Position, „das Norwegische“ von außen zu betrachten. Aber ich schätze mich mittlerweile sehr glücklich, so viele starke, tolle Sänger und Musiker um mich zu haben, denen ich zuhören kann und die mich inspirieren.

Welche Stellung hat der Jazz denn im norwegischen Kulturleben?

Ich als Ausübende würde sagen, dass wir eine aktive Musikszene haben, in der der Jazz deutlich repräsentiert ist, und das in einer Vielfalt, die Raum hat für experimentelle und traditionelle Ausdrucksformen Seite an Seite. Das spannendste ist, dass inzwischen versucht wird, den Jazz ständig herauszufordern und zu erneuern – ihn mit anderen Genres zu mischen – und dass die Bezeichnung „Jazz“ ständig im Takt dieser Entwicklung neu definiert werden muss.

Jazz hat in Norwegen also die Aufmerksamkeit, die er verdient?

Darauf gibt es keine einfache Antwort. Musikgenres und Kunstformen „verdienen“ nur etwas wegen der Menschen, die zu jeder Zeit künstlerisch tätig sind, schöpferisch arbeiten und die Vermittlung ihrer Arbeit organisieren. Im Jazz, wie in allen anderen Kunstformen auch, gibt es Beispiele für individuelle Leistungen und Karrieren, von denen viele meinen, sie hätten mehr oder weniger Aufmerksamkeit verdient. Aber das kommt immer auf subjektive Gesichtspunkte an. Ich mache die Erfahrung, dass das, was die norwegische Jazz-Szene prägt, der Kampfgeist ist, die Leidenschaft und der Wille, nicht aufzugeben. Nur ganz wenige scheinen sich zurückzulehnen und sich zu Herzen zu nehmen, ob sie bekommen, was sie verdienen, oder nicht.

Kampfgeist ist gut! Apropos, was planst du als nächstes?

Ich bin gerade mit verschiedenen Projekten zugange. Das eine ist ein Duo mit meinem langjährigen Bassisten, Kjetil Dalland – wir werden zusammen norwegische Songs schreiben. Das wird traumhaft spannend, und es ist auch höchste Zeit, endlich mal die eigene Sprache anzupacken. Das andere ist ein Projekt mit einer anderen lieben Kollegin, mit der ich schon seit Jahren zusammenarbeite, Frøydis Grorud. Beide Projekte sind noch im Anfangsstadium, und es wird sich zeigen, als was sie mal enden.

Kinder sollten frei sein


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Im Sommer steht für dich erstmal eine Reise nach Japan an, zusammen mit dem Jazzchor Freiburg. Wie kommt es zu dieser Zusammenarbeit?

Das ist bereits die zweite Tournee mit dem JCF… nach Japan. Die Zusammenarbeit begann 2007, als der Dirigent Bertrand Gröger mich auf die Tournee einlud, nachdem er uns in einem Konzert in Remchingen gehört hatte. Ich bin mit Chorgesang aufgewachsen und liebe diese Konzentration auf die Stimme. Eigene Songs, arrangiert für Chor, zu singen ist eine Ehre und eine spannende Herausforderung, die ich einfach nicht ablehnen konnte. Die Arrangements sind von Klaus Frech und heben den homogenen Klang des Jazzchores hervor. Das verleiht meinen Songs ganz neue Dimensionen. Und außerdem besteht der JCF… aus fantastischen Menschen – ich bin sehr froh, sie kennengelernt zu haben!

In Japan werdet ihr Workshops mit lokalen Gospelchören machen. Bist du gespannt?

Ich arbeite als Gesangspädagogin und bin sehr darauf aus, dazu beizutragen, dass Sänger Inspiration bekommen, um sich zu entwickeln. Es ist spitze, Menschen aus den Städten zu treffen, die wir besuchen, und einen Einblick zu bekommen, was sich in den Reihen vielversprechender Nachwuchssänger so tut.


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Was meinst du als Lehrerin: Ist es wichtig, dass Kinder eine musikalische Ausbildung bekommen? Wie sollte die aussehen?

Ich finde, es ist wichtig, dass Kinder Angebote bekommen, spielen und singen zu lernen. Aber solange sie noch klein sind, finde ich, sollten sich ihre musikalischen Seiten frei und ohne theoretische und praktische Rahmen entwickeln. Diese Rahmen wirken dann dominierend oder legen ihre natürlichen musikalischen Spiele und ihren Forscherdrang an die Kette. In Norwegen gibt es Angebote an „Kulturschulen“, mit individuellem Unterricht für Kinder – und das Interesse ist riesig. Aber mit der Ausnahme von Spielmannszügen ist das Angebot für rhythmisches Zusammenspiel noch ziemlich mager. Es wäre schön, mehr Möglichkeiten für Band-Unterricht auch für Kinder zu schaffen. Zum Glück fängt es ganz langsam an, dass private Musikschulen entstehen, die das fördern.

Dann gehen wir mal davon aus, dass in Norwegen weiterhin spannende Bands nachwachsen. Wo bist du selbst – sagen wir mal – im Jahr 2020?

Mir wird immer schwindelig, wenn ich so weit voraus denken soll… Aber ich glaube nicht, dass ich aufhören werde, Musik zu machen, herumzureisen und zu spielen. Also werde ich das hoffentlich auch in zehn Jahren noch machen – und weit darüber hinaus.

Gibt’s was, das du in deinem Leben unbedingt noch tun willst?

Jawoll, eimerweise Sachen, die ich noch machen will, aber noch nicht geschafft habe. Aber die wirklich unbedingten sind gar nicht so viele. Ich weiß, das hört sich jetzt etwas langweilig an, aber ich mag den Gedanken sehr, dass es nicht schlimm ist, wenn ich alles schaffe, was ich mir heute wünsche. Und außerdem: Kann ja sein, dass ich meine Meinung noch ändere – und plötzlich eh keine Lust mehr habe!